Unsere Empfehlungen im September 2018

 

Ulrike Herberg empfiehlt:

Ulrike Herberg empfiehlt:
Ulla Lachauer
Von Bienen und Menschen
Rowohlt Verlag € 22,00

Ulla Lachauer bietet uns mit ihrem Buch nicht 'noch' ein Buch über Bienen - es geht vor allem um Menschen, deren Passion die Bienen sind.
Die Journalistin und Dokumentarfilmerin Lachauer hat sich in den letzten Jahren auf den Weg gemacht und eine Imkerin und 9 Imker in sechs europäischen Ländern besucht. Sie wollte erfahren, was für Menschen halten Bienen? Wie gewinnen sie Honig? Und gibt es regionale Unterschiede?
Entstanden sind so zehn sehr persönliche Porträts, die nicht nur vom Leben der Imker erzählen, sondern auch über das Land, in dem sie leben.
Die Porträts zeigen, diese Imker sind schon ein besonderer Menschenschlag, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben und diesen mit Passion betreiben. Eines allerdings zeichnet sie alle aus, sie sind ruhig und konzentriert - nur so kann die Bienenzucht gelingen. 'Man muss ganz gegenwärtig sein', heißt es im Buch, 'und nur den Bienen zugewandt.'
Den Reiz dieses Buches machen Lachauers lebhafte Schilderungen dieser Imker aus. Es ist auch eine gelungene Mischung aus Zeit- und Wirtschaftsgeschichte, Wissenschafts- und Landschaftsschilderung.
Dieses Buch liest sich flott und sehr bildhaft - und übrigens gibt es auch eine Reihe sehr schmackhafter Rezepte mit Bienenhonig!

 


                                                     Silke Jahns empfiehlt:

Silke Jahns empfiehlt:
John August
Arlo Finch – Im Tal des Feuers
Arena Verlag € 16,00

Der 12jährige Arlo Finch zieht mit seiner Familie in das kleine Bergstädtchen Pine Mountain in das Haus seines Onkels, der am Rand eines riesigen Waldgebietes lebt. Und in diesem Wald scheinen magische, gefährliche Lebewesen zu hausen, wie Arlo bald feststellen muss, als er sich mit seinen neuen Schulfreunden Indra und Henry einer Rangergruppe anschließt, die die Wildnis erkundet.                                                    Was hat es auf sich mit dem seltsamen Mädchen, das nur Arlo sehen kann und warum scheinen es die Zauberwesen auf sein Leben abgesehen zu haben?
Ein sehr spannendes und witziges Kinder- und Jugendbuch, das mich auch als Erwachsene mehrmals schmunzeln ließ, zum Beispiel als Arlo glaubt, seine Schwester wäre von bösen Geistern besessen, sie in Wirklichkeit jedoch verliebt ist.                                          

 

Wiebke Siebenhaar empfiehlt:

Wiebke Siebenhaar empfiehlt:
Christine Féret-Fleury
Das Mädchen, das in der Metro las
Dumont Verlag € 18,00
Dieser charmante französische Roman ist ein Großstadtmärchen über die magische Macht von Literatur.
Juliette fährt jeden Tag mit der Pariser Metro zur Arbeit in einem Maklerbüro. Sie beobachtet alle Mitreisenden, die sich ihre Fahrtzeit lesend vertreiben, da Juliettes große Leidenschaft Büchern und ihren Lesern gilt.
Eines Tages beschließt sie die Eintönigkeit ihres Alltags zu unterbrechen, indem sie zwei Stationen vorher aussteigt als gewöhnlich.
So begegnet sie der kleinen Zaide, die sie in 'Die Welt der Bücher' 
ihres Vaters Soliman lockt, der Juliette seine Idee nahebringt, dass Bücher Leben verändern können.
Zaide erklärt Juliette: 'Man macht eine Reise, wenn man an einen Ort fährt, am dem man noch nie war'

 

Bianca Firse empfiehlt:

Christopher Wilson

Guten Morgen, Genosse Elefant

 Kiepenheuer &. Witsch Verlag € 19,00

 

 Für alle Fans vom 'Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg...'!

 

1953 - Moskau - im Mittelpunkt der Handlung steht der zwölfjährige Juri Zipit, Sohn des Moskauer Zoodirektors, einem anerkannten Professor für Veterinärmedizin.

Durch einen Jahre zurückliegenden Unfall äußerlich versehrt und geistig in neue Dimensionen katapultiert, plappert Juri ununterbrochen... 

Mit einem sehr naiven Charakter und lieben Gesichtsausdruck ausgestattet, hat eine verblüffende Wirkung auf sein Umfeld:

Jeder vertraut ihm sofort all seine Geheimnisse an. 

Eines Tages wird Professor Zipit mangels Humanmedizinern zum (tot)kranken 'Stählernen' in seine Datscha zitiert. Wieso gerade er? Ganz einfach: Die eine Hälfte der Ärzteschaft sitzt im Gulag oder wurde bereits erschossen, bei der anderen Hälfte handelt es sich laut Stalin um Verschwörer.

Er hat seinen Sohn Juri dabei, der sogleich Stalins Vertrauen gewinnt und zu dessen persönlichen Vorkoster wird.

Nicht ohne Hintergedanken, erhofft sich doch Stalin seinerseits, durch Juri an Informationen über sein persönliches Umfeld zu bekommen...

So gerät der Junge für einige Zeit in die Mühlen der Macht und erzählt von seinen persönlichen Erlebnissen bei Stalin.

Ulrike Husen empfiehlt:

Max Scharnigg

Der restliche Sommer

Hoffmann und Campe Verlag € 20,00

Scharniggs neuer Roman nach „Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau“- und ich war sofort wieder gefangen von diesem Sprachkünstler, der es schafft, scheinbar unangestrengt, mit zärtlichem Humor und großer Empathie für seine Figuren über das Leben und dessen Fallstricke in einer heutigen, komplexen Welt zu schreiben. Es ist für mich jedes Mal eine Freude, wenn ein neues Buch von ihm erscheint.

Für mich ist das Lesen dieser neuen Geschichte von Max Scharnigg erneut eine große Freude und Hochgenuss gewesen.

 

Lutz Herberg empfiehlt:

Yanko Tsvetkov

Atlas der Vorurteile

Goldmann Verlag € 12,00

Ein Buch voller Landkarten, die nicht das Land zeigen, sondern thematische Vorurteile visualisieren.

Wie sieht Europa aus, wenn man es aus der Sicht der Schweden betrachtet, oder aus der Sicht der Türkei oder aus der Sicht von schwulen Männern…..

 

Tsvetkovs Dokumentation ist ironisch, ist kulturell erhellend und macht Spaß.

 

Gerade die Reflexion der eigenen Vorurteile wird mit diesem Buch angestoßen und auch Amerika, Asien und Afrika werden sehr speziell unter die Lupe genommen.

 

Kein Buch zum Durchlesen, aber eines zum immer mal wieder Hineinschauen.